Fr | 04.12.2020 | Konzert | Pop, Indie, Comedy | Deutschland

JASON BARTSCH & BAND

Einlass: 20.00 Uhr | Beginn: 20.30 Uhr

VVK: 16 € (zzgl. VVK-Gebühren) AK: 19 €

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Ort: Kulturladen Konstanz, Joseph-Belli-Weg 5

Kulturladen Konstanz
04.12.2020
Einlass: 20:00 | Beginn: 20:30

a.s.s. concerts & promotion GmbH präsentiert

„Eine Idee für das Klappen aller Dinge - Tour “

Jason Bartsch ist irgendwie .. speziell. Seit 2016 tourt Jason Bartsch mit Songs über Fahrräder,
seine Heimatstadt und einzige Liebe Bochum oder über Tiere durch die Republik, von Haldern Pop
bis Open Flair, von Elbphilharmonie bis Kellerklub. Ob als Vorband des Lumpenpack oder solo vor
ausverkauften Häusern in ganz Deutschland, seine Musik ist schräg wie seine Texte, die
manchmal und plötzlich zutiefst ehrlich und ungemein emotional daherkommen. Zwischen dem
lachenden und dem weinenden Auge liegen bei seinen Shows oft nur zwei Songs. Gefördert von
der Initiative Musik erscheint 2020 ein neues Album, gefolgt von einer Tour mit Begleitband. Mit
dabei: Eine Idee dafür, wie alles irgendwie funktionieren kann.
Der 1994 in Solingen geborene Wahlbochumer vereint dabei einiges: Eine klare politische Haltung,
unkonventionellen Humor und eine literarische Tiefe, alles mit dem Ziel, die bestehenden
Grenzlinien zwischen Popmusik, Unterhaltung und politischem Engagement aufzubrechen. In
Zeiten der digitalen Entfremdung, zunehmender politischer Spannungen und totaler Intertextualität
versucht Jason Bartsch all das in einer Person zu kombinieren: Er ist Popkultur, Comedy, Indierock
und Aktivist, manchmal unbequem, manchmal grandios bescheuert, immer mit Rückgrat - aber
ganz bestimmt nicht der vorhersehbare Musikact, der über Sehnsucht in Selbstmitleid verfällt.
Bartschs Karriere begann in der Literatur. Der mehrfach zum Treffen Junger Autoren eingeladene
und mit dem Nachwuchsförderpreis des Landes NRW ausgezeichnete Lyriker ist außerdem
mehrfach Finalist deutschsprachiger Poetry Slam-Meisterschaften. Auch hier schon zeigte sich das
politische Engagement, das ihn schon zu seinen Schulzeiten umtrieb. Von der Gewerkschaft verdi
prämiert, skizzierte er damals den Weg eines Solinger NSDAP-Funktionärs nach, heute steht er
aktiv und immer wieder dezidiert für die Bekämpfung des strukturell geleugneten Antisemitismus
und des internalisierten Rechtsextremismus auf. Online, wie auf der Straße und auf den Bühnen
der Demonstrationen unterstützt er die Fridays For Future-Bewegung und macht auch in seinen
Songs auf die wirklich wichtigen politischen Themen der Gesellschaft aufmerksam. Dass Nazis
schlecht sind, geht ihm nicht weit genug - er möchte tiefschürfend auf Jens Spahns
Gesundheitspolitik aufmerksam machen, wenn er über Depressionen singt und Horst Seehofer
einen Gegenentwurf zu seinem exkludierenden Heimatnarrativ bieten, wenn er über Deutschland
spricht. In seinem Podcast „Die Integrationale“ versucht er aktuelle Themen soziologisch
einzubetten und satirisch zu kommentieren.
Seine eigene Verantwortung nimmt er dabei besonders ernst. Jason Bartsch ist auf den Bühnen
dieses Landes unterwegs und glaubt, mit seiner Stimme Menschen erreichen zu können. Formell
ist er dabei ganz ein Kind seiner Zeit: Schnell, pointiert und mit schlagfertiger Verweisrhetorik
entspricht er dem Format Instagram, wie wohl kaum ein zweiter Indie-Musiker. Es kommt also nicht
von ungefähr, dass man Bartsch nicht nur immer wieder Veranstaltungen moderieren lässt,
sondern auch häufig auf eine mögliche Comedy-Karriere hingewiesen hat. Doch er will an anderer
Stelle unterhalten: Da, wo das Internet lebt. Da, wo Musik einen Gestus der Gemeinsamkeiten
schaffen kann. Und da, wo man etwas neues denken kann, dass über den klassischen Musiker,
Stand-Up-Comedian und Poetry-Slammer mit politischem Bewusstsein hinausgeht. Nämlich dort,
wo man alles auf einmal sein kann.

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